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Prof. Dr. med. Christian Hendrich
Ärztlicher Direktor
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Das künstliche Hüftgelenk.

Herr Prof. Hendrich, das künstliche Hüftgelenk ist die häufigste Operation in Ihrer Klinik. Im letzten Jahr wurden über 1.412 künstliche Hüftgelenke eingesetzt. Können Sie in einem Satz Ihr Behandlungskonzept beschreiben?

Zementfrei – minimal-invasiv – Implantate vom Marktführer.

 

Die entscheidende Frage: Wann soll man sich operieren lassen?

Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und Knochenverluste sind die Ursachen für die Einschränkung der Lebensqualität unserer Patienten. Wenn diese Einschränkung so groß ist, dass die Patienten dafür bereit sind, das OP-Risiko hinzunehmen, ist es Zeit für die Operation. Die Entscheidung liegt also letztlich ganz allein beim Patienten. Von dieser Regel gibt es eine Ausnahme: Wenn der Patient älter als 75 Jahre ist, steigt rein statistisch gesehen mit jedem weiteren Jahr das allgemeine OP-Risiko an – dann sollte man sich auch eher zu einer Operation entschließen.

 

Wie lange hält heute ein künstliche Hüftgelenk?

Bei den alten zementierten Hüftgelenken wurden Haltbarkeiten von 70 % über 25 Jahre erreicht. Wir hoffen, dass wir mit den modernen Hüften sogar noch besser sind.

 

Was sind die weiteren Risiken?

Gefürchtet ist vor allem die Infektion – im Bundesdurchschnitt geht man von 1 % aus – wir liegen glücklicherweise seit Jahren erheblich darunter. Unsere niedrigen Infektionsraten führen wir darauf zurück, dass wir alle unsere Prothesenoperationen mit sogenannten 23_06_09_OP 077 10    )Astronautenhelmsystemen operieren, bei denen der Operateur vollständig von seinem Patienten getrennt ist. 

Ein künstliches Hüftgelenk kann ausrenken. Mit der modernen minimal-invasiven Technik ist dies eine Komplikation von deutlich unter 1 % geworden. Durch die Operation kommt es zu einer erwünschten Wiederherstellung der Beinlänge. Manchmal lässt sich jedoch die Beinlänge nicht perfekt einstellen. Ein Schuhausgleich ist allerdings glücklicherweise nur selten nötig. Bei der Operation kann der Knochen verletzt werden, etwa in 1 % der Fälle. Dies kann man z. B. durch einen zusätzlichen Draht reparieren. Zahlenmäßig ist das häufigste Risiko die Thrombose und die Lungenembolie. Man geht etwa von knapp 3 % aus. Mit den modernen Thrombosetabletten sehen wir gefährliche Thrombosen glücklicherweise kaum noch. Über all diese Risiken klären wir unsere Patienten in der Sprechstunde und vor der Operation noch einmal ausführlich schriftlich und mündlich auf.

 

Sie gehören in Deutschland zu den Pionieren für minimal-invasive Operationstechniken und haben hierzu auch eigene Spezialinstrumente entwickelt?

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Wir verwenden einen Operationszugang von vorne seitlich. Dadurch wird kein Muskel mehr bei der Operation durchtrennt. Andere minimal-invasive Zugänge haben diesem Zugang gegenüber höhere Raten an Nervenschäden und Hüftausrenkungen. Insgesamt hat dieser Zugang die niedrigsten Risiken. 

 

Werneck setzt seit 1989 alle Hüften ohne Zement ein. Müssen Ihre Patienten dadurch länger an Krücken gehen?

Das hat man früher geglaubt. Heute weiß man, dass beide Hüftsysteme gleich schnell belasten können, nämlich sofort. Wir geben unseren Patienten Krücken für 6 Wochen mit, aber vor allem zur Sicherheit. Mit meinen Patienten laufe ich fast ausnahmslos die ersten Schritte ganz ohne Krücken in der ersten Woche nach der OP.

 

Wieviel Schmerzen hat man nach einer Hüftoperation?

Das ist die größte Überraschung. Geringe oder gar keine. Die meisten Patienten sind nach wenigen Stunden schmerzfrei, einige nach 1 Tag und nur wenige brauchen länger als 2 Tage, um außer einem geringen Wundschmerz völlig schmerzfrei zu sein. Auch für uns Profis ist das jedes Mal ein tolles Erlebnis.

 

Hüfte Creramik

Gibt es spezielle Hüften für jüngere Patienten?

Bei jungen Patienten, aber auch bei Patienten mit besonderen beruflichen oder sportlichen Ansprüchen setzen wir ein spezielles Keramikgelenk mit einer großen Kugel ein. Dieses Gelenk ist besonders ausrenksicher und daher auch für sportliche Beanspruchung geeignet.

 

 

Wie geht die Nachbehandlung? Empfehlen Sie eine Reha?

3 bis 5 Tage nach der Operation wird noch einmal eine Röntgenkontrolle durchgeführt. Dann geht der Patient in den 4-Punktegang über. Das ist eigentlich eine Vollbelastung, bei der die Stützen nur zur Sicherheit dienen. Dadurch soll die Wunde bis zur 6. Woche in Ruhe abheilen. Fast alle Hüftpatienten machen eine Reha. Unsere Frau Wolf vereinbart für Sie die Termine.

 

Rezert  NEU  2012-13Sie haben auch spezielle Partner-Rehakliniken?

In 5 Kliniken in Bad Kissingen kommen unsere Oberärzte einmal pro Woche zur Visite. In diesen Kliniken wird exakt nach unseren Vorgaben behandelt. Wir begleiten unsere Patienten dadurch bis zur sicheren Vollbelastung.

 

 

Wie lange ist man nach einem künstlichen Hüftgelenk arbeitsunfähig?

Das hängt vom Beruf ab. Ich habe selbständige Patienten, die nach 3 Tagen wieder am Telefon arbeiten und nach 14 Tagen in ihrem Geschäft stehen. Die meisten Angestellten gehen nach 8 Wochen wieder zur Arbeit. Patienten mit körperlich belastenden Berufen sollten sich 10 bis 12 Wochen Zeit lassen.

 

Wann kann man wieder Auto fahren?

Gefahren werden jederzeit. Selbst fahren, wenn man keine Krücken mehr braucht – also in der Regel nach 6 Wochen. Wenn jemand sicher ohne Krücken laufen kann, darf er nach den gesetzlichen Vorschriften auch wieder selbst Auto fahren.

 

Kann man mit einer künstlichen Hüfte wieder Sport treiben?

Ja. Allerdings sollte man bei Sprung- und Stoßsportarten oder Marathonsportarten vorher mit uns sprechen. Wir werden dann unsere Patienten entsprechend beraten. Gegen Tanzen, Fahrradfahren, Schwimmen, Golf, Tennis oder auch Skifahren spricht eigentlich nichts, wenn man ausreichend trainiert ist.

 

Warum sollte man mit einem künstlichen Hüftgelenk in ein Endoprothesenzentrum gehen?

Schloss  blau DRUCKexterner LinkWenn alles gut geht ist auch das schlechteste Krankenhaus gut genug. Aber bei jeder Operation gibt es eben auch Risiken.

In einem Endoprothesenzentrum hat man die Gewissheit: Ausreichend erfahrene Operateure, ein strenges Vieraugenprinzip bei der Entscheidung zur Operation und ein standarisiertes Risikomanagement. Jüngere Patienten oder Patienten über 75 Jahre sowie Patienten mit besonderen Risiken sollten vor einer Operation zumindest eine Zweitmeinung in einem Endoprothesenzentrum einholen.

 

Ihr Rat an Patienten mit Hüftarthrose?

Hören Sie auf Ihren Körper. Sie wissen selbst am besten, wann Sie die Einschränkung Ihrer Lebensqualität nicht mehr hinnehmen wollen.

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Ansprechpartner:
Orthopädisches Krankenhaus Schloss Werneck
Balthasar-Neumann-Platz 1
97440 Werneck
Tel: 09722 21-0
Fax: 09722 21-1447
Tanja Heigl
Hotline OP-Termine
Sekretariat Prof. Dr. med. Hendrich
Tel: 09722 - 21 2010
Fax: 09722 - 21 1447

Tanja_Heigl

Martina Schmitt
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Sekretariat Prof. Dr. med. Hendrich
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