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Verehrte Frau Patientin, sehr geehrter Herr Patient!

Deutschland ist schon ein ganz spezielles Land. Wo mir das aufgefallen ist? Ausgerechnet in den USA, wo ich einen interessanten Kongress über Stammzellen besucht habe und bei einem Kollegen mitoperieren durfte, der mittlerweile die Hälfte seiner Knie-Endoprothesen ambulant (!) operiert. Geht das? Ja – es geht sogar sehr gut, wenn Arzt und Patient eng zusammenarbeiten. Die Betonung liegt auf „ARBEITEN“, und das scheint in Deutschland immer schwerer zu fallen. Wie soll das auch gehen, wenn man doch so unzufrieden mit allem ist...


Dass es auch anders geht, habe ich eben gerade selbst in New York erlebt - so viele freundliche und zugewandte Menschen im Service, an der Tankstelle, aber auch im OP. Das hatte ich ganz anders erwartet. Gerade in New York habe ich die Leute früher als unglaublich cool, aber eben auch ziemlich unfreundlich erlebt. Meine Erwartungen wurden diesbezüglich komplett enttäuscht. Man hatte glatt den Eindruck, dass die Leute sogar Spaß an ihrer Arbeit hatten. Offensichtlich haben die Amerikaner den Corona-Blues bereits überwunden. 

 

Die sogenannten „Stammzellen“ sind wieder verfügbar

Ja, das ist die Überraschung des Jahres. Wir dürfen wieder körpereigenes Knochenmark entnehmen und unsere Patienten mit Vorläuferzellen aus ihrem Knochenmark behandeln. Vielleicht erinnern Sie sich:  Von 2007 – 2017 haben wir bei über 1.000 Patienten Knochen oder Knorpel wiederaufgebaut. Dazu haben wir Zellen aus dem Knochenmark verwendet, die dem Patienten in der selbenOperation zurückgegeben wurden. Ende 2017 wurde uns dies untersagt. In Deutschland (im Rest Europas interessanter Weise nicht!) ist prozessiertes Knochenmark ein neuartiges Arzneimittel, ein sogenanntes ATMP (Advanced Therapy Medicinal Product). Damit fällt es unter Arzneimittelrecht. Dadurch wird nichts anders oder besser, aber sehr viel komplizierter. Wir mussten extra ein spezielles Labor in unseren OP einbauen, aber der Aufwand hat sich gelohnt. Wir sind in Deutschland die erste Orthopädische Klinik, die eine solche Herstellungserlaubnis für Vorläuferzellen aus dem Knochenmark hat. Die ersten Patienten sind erfolgreich behandelt – mit teilweise unerwartetem Erfolg…

 

Besuch von Herrn Staatsminister Klaus Holetschek

Ein besonderes Ereignis war in diesem Jahr der Besuch von Herrn Staatsminister für Gesundheit und Pflege Klaus Holetschek. Anlass war die 5.000ste Roboter-OP (Makoplasty®) in unserer Klinik. Damit sind wir in Europa einsame Spitze, in den USA gibt es einige wenige Kliniken, wie das Hospital for Special Surgery New York, die eine vergleichbare Erfahrung haben. 


Der Minister hat sich vor Ort „hands-on“ von der Präzision und Sicherheit des Verfahrens überzeugt. Im Gepäck hatte er auch noch einen Scheck über 1,2 Mio. € Fördermittel, die uns in naher Zukunft erlauben, unsere digitale Ausstattung zu verbessern. Tatsächlich steht die Einführung der Werneck-App kurz bevor. Sie können dann z.B. Ihre Befunde bereits vor der Operation digital hochladen oder sogar Ihre Leistung während der Reha dokumentieren, und uns über Ihr Handy an Ihrem Erfolg teilhaben lassen.

 

Unser Stromausfall

Ja, wir hatten einen Blackout. Was ich selber nicht wusste: Unser Krankenhaus wird über eine 20.000 Volt Leitung versorgt – und die ist schlichtweg verglüht. Aufgrund doppelter Notstromversorgung bestand zu keiner Zeit eine Gefahr für die Patientenversorgung, sicherheitshalber haben wir für die 4 Tage, in der die Leitung komplett neu verlegt wurde, den OP-Betrieb eingeschränkt. Für alle Unannehmlichkeiten und Verzögerungen entschuldige ich mich ausdrücklich, aber Sicherheit ist unsere erste Priorität. 

Womit wir wieder am Anfang sind. Die Unzufriedenheit der Deutschen an sich und im Besonderen. Irgendwie scheint überall der Wurm drin zu sein. Haben Sie schon einmal versucht, mit der Telekom zu telefonieren? Also so wie früher, mit dem Hörer? Nicht einfach…  Auch bei uns ist es schwierig. Die Umstellung des Telefons hat nach dem OP-Dienst in meinen Augen die nächste Priorität. Aber bringt es wirklich etwas, den Frust an den Sekretärinnen und Schwestern auszulassen, die im Moment und vielleicht auch weiterhin wirklich Mangelware sind und trotzdem ihr Bestes geben? Vielleicht führt es sogar dazu, dass sie ihre Koffer packen und sich lieber einen Job suchen, bei dem der Kundenkontakt weniger intensiv ist? Tatsächlich verkauft eine unserer besten OP-Schwestern mittlerweile Software. Natürlich gibt es viele Gründe, unzufrieden zu sein. Aber Hand aufs Herz: Sind Sie wirklich schon 1 km weniger gefahren oder heizen Sie 1 Grad weniger? Lohnt nur die Aussicht darauf, heute schon einmal ordentlich unzufrieden zu sein? Oder maulig zur Arbeit zu kommen? Vielleicht sollten wir uns alle ein Beispiel an den USA nehmen.

Bis dahin: Bleiben Sie gesund - oder werden Sie es  - mit uns

Ihr 


Prof. Hendrich
Ärztlicher Direktor

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Ansprechpartner:
Martina Schmitt
Anmeldung Sprechstunde
Sekretariat Prof. Dr. med. Hendrich
Tel: 09722 - 21 2020
Fax: 09722 - 21 1447

Martina_Schmitt

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Fr. 8 - 12 Uhr

Tanja Heigl
Anmeldung OP-Termine
Tel: 09722 - 21 2010

Tanja_Heigl

Mo. - Do. 9 - 16 Uhr

Fr. 9 - 12 Uhr

Notfallambulanz
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Notfall

Tägl. 8 - 16 Uhr

Sa., Sonn- u. Ft. 11 - 13 Uhr