Dr Engelmaier

Jeder Mensch hat Angst vor dem Krankenhaus. Aber das Krankenhaus ist keine Maschine, denn Medizin wird von Menschen gemacht. Um den Lesern einen Einblick hinter die Kulissen zu gewähren, kommen Mitarbeiter des Orthopädischen Krankenhauses Schloss Werneck zu Wort, die sich und ihren Arbeitsplatz vorstellen. In der heutigen Folge spricht Dr. med. Franz Engelmaier. Er arbeitet seit 1989 im Schloss Werneck, wurde 1992 zum Oberarzt befördert und ist seit 2007 der leitende Oberarzt und stellvertretender ärztlicher Direktor der Klinik.

Herr Dr. Engelmaier, in wie fern unterscheidet sich der leitende vom normalen Oberarzt?

In der täglichen Arbeit plane ich den Operationsablauf. Wir sind ein Team von starken Operateuren und ich sorge dafür, dass der Patient einen erfahrenen Spezialisten als Operateur erhält. Bei schwierigen Situationen helfen wir uns natürlich gegenseitig, das heißt, der Patient hat dann zwei erfahrene Operateure an seiner Seite.

 

Das heißt also, Sie kommen dann zum Einsatz, wenn es richtig schwierig wird?

Nicht nur, aber auch. Einige Besonderheiten mache ich überwiegend selbst, wie die Kinderorthopädie, die Kreuzbandchirurgie, die Hüftgelenkspiegelung und vor allem die schwierigen Prothesen und aufwendigen Prothesenwechsel, aber eigentlich das gesamte Gebiet der Orthopädie und Unfallchirurgie.

 

Wie sieht ein typischer Tagesablauf bei Ihnen aus?

Wir beginnen um 8 Uhr mit der Ärzte- Besprechung über die Ereignisse der Nacht. Meistens habe ich vorher schon Notfallpatienten gesehen. Ab 8.30 Uhr trinken wir Oberärzte mit dem Chef noch eine Tasse Kaffee und gehen dabei noch einmal gemeinsam alle Operationen für den Tag durch. Den Rest des Tages bin ich mit kurzen Unterbrechungen im OP. An 4 Tagen habe ich nachmittags meine Sprechstunde.

 

Wann kommen Leute zu Ihnen in die Sprechstunde?

Ich halte eine sogenannte Ermächtigungs-Sprechstunde ab, das heißt unsere niedergelassenen Orthopädischen Kollegen überweisen mir Patienten, bei denen eine Operation oder eine andere schwierige Entscheidung ansteht. Die Patienten werden von mir untersucht, beraten und erhalten ggf. auch bereits einen OP-Termin.

 

Müssen alle Patienten vor einer Operation zu Ihnen?

Glücklicherweise arbeiten wir mit unseren niedergelassenen Kollegen sehr eng zusammen. Die meisten Patienten werden direkt eingewiesen. Aber es gibt manchmal verschiedene OP-Methoden, es stehen aufwendige Operationen an oder der Patient möchte einfach eine zweite Meinung hören. Dann ist es absolut sinnvoll, noch einmal mit mir zu sprechen.

In vielen Kliniken kündigen die Oberärzte, wenn ein neuer Chef kommt. Sie sind geblieben….
Glücklicherweise ja (lacht). Ich habe von meinem Vorgänger Herrn Dr. Seiwert, der die Klinik mit seinem operativen Können geprägt hat, sehr viel gelernt. Unser Chef hat mit seinem Antritt vor 5 Jahren neue OP-Verfahren mitgebracht. Das traf hier auf intakte Strukturen und breite operative Erfahrung - also die perfekte Mischung für eine echte Spitzenklinik. Dieser Dynamik konnte ich mich doch nicht entziehen und so bin ich glücklich, in verantwortlicher Position in dieser Klinik zu arbeiten und die weitere Entwicklung aktiv mitgestalten zu können.

 

Was sind die Innovationen dieses Jahres?

Wir führen in jedem Jahr mindestens 5 neue Verfahren ein, um an der Spitze zu bleiben. Heuer zum Beispiel die neue Schmerztherapie für die Knieprothesen. Die Patienten haben nach der Operation weniger als die Hälfte Schmerzen und sind viel schneller auf den Beinen. Dann haben wir eine neue Knieprothese für umschriebene Arthrosen hinter der Kniescheibe, einen neuen Kurzschaft für die minimalinvasive Hüftprothetik und eine spezielle Hüftpfanne, die schwierige Wechseloperationen sicher macht. Neue Verfahren operieren zunächst der Chef und ich gemeinsam, damit unsere ganze operative Erfahrung zum Tragen kommt.

 

Sie sind verheiratet und haben 3 Kinder. Ihre Frau hat eine Physiotherapie- Praxis. Wie ergänzt sich das?

Es ist natürlich schön, dass wir uns beruflich ergänzen. Viel wichtiger ist jedoch, dass auch meine Frau gerne in ihrem Beruf arbeitet und zudem das Unternehmen Familie managt. Meine Familie macht mich richtig glücklich.

 

Haben Sie sonst noch irgendwelche Hobbys?

Wir leben in Zeuzleben, sind hier in einer intakten Dorfgemeinschaft bestens integriert. Ich genieße zudem meinen Garten mit Hühnern, Hasen, Enten, einem Hund, jetzt neu einem Teich und meine Kettensäge (lacht).

 

Bei so vielen Herausforderungen – brauchen Sie nicht manchmal einfach Ihre Ruhe?

Zumindest einmal am Tag. Morgens, wenn alles noch ruhig ist und die Tiere gefüttert sind, brauche ich meinen Kaffee und meine Zeitung – diese Zeitung.

drucken Drucken
Schriftgröße AAAKontrast Kontrast
Ansprechpartner:
Orthopädisches Krankenhaus Schloss Werneck
Balthasar-Neumann-Platz 1
97440 Werneck
Tel: 09722 21-0
Fax: 09722 21-1447
Tanja Heigl
Hotline OP-Termine
Sekretariat Prof. Dr. med. Hendrich
Tel: 09722 - 21 2010
Fax: 09722 - 21 1447

Tanja_Heigl

Martina Schmitt
Hotline Sprechstunde
Sekretariat Prof. Dr. med. Hendrich
Tel: 09722 - 21 2020
Fax: 09722 - 21 1447

Martina_Schmitt

Notfallambulanz
Tel: 09722 - 21 1417

Notfall